Magst Du Dich und Dein Berufsleben kurz vorstellen?

 

"Puhhh... das finde ich persönlich immer ein wenig schwierig, sich selber zu beschreiben, ich fange einfach mal an. Ich bin 28 Jahre jung und bin ein sehr familiärer Mensch, Harmonie ist mir sehr wichtig, und dazu bin ich sehr lebensfroh. Ich mag keine Ungerechtigkeit und bin zeitweise etwas ungeduldig, aber das gehört einfach zu mir.

 

2004 habe ich mich dazu entschieden die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin anzufangen. Zuvor hatte ich die Gelegenheit, durch meine Schulpraktika in diesem Beruf reinzuschnuppern. Nach drei Jahren Ausbildung habe ich mein staatlich anerkanntes Examen bestanden und war sehr glücklich über meinen Erfolg. Mein damaliger Arbeitgeber hat mich direkt nach der Ausbildung übernommen und ich fing als Vollzeitkraft auf einem anderen Wohnbereich an. Die Jahre im Seniorenheim vergingen wie im Fluge. Ich habe in den Jahren, in denen ich dort tätig war, sehr viele Veränderungen miterleben dürfen. Jedoch nicht immer zum Positiven: Dokumentation wurde immer mehr, Mitarbeiter unzufriedener und das Arbeitsklima schlechter. Es hat sehr lange gedauert, bis ich den Absprung aus der Altenpflege geschafft habe und etwas in meinem Leben veränderte. Ich konnte es nicht mehr ertragen negative Stimmung auszuhalten und selber immer unzufriedener zu werden.

 

Im Juni 2013 habe ich die beste Entscheidung meines Lebens getroffen und bin in die Behindertenpflege in einer Werkstatt gewechselt, wo ich bis heute arbeite. Ich habe geregelte Arbeitszeiten, keinen Schichtdienst und Wochenenddienst mehr. Ich bereue jedoch kein einziges Jahr in der Altenpflege, ich habe so viel Lebenserfahrung dazu gewonnen, wunderbare und liebevolle Menschen kennen gelernt und bin in vielerlei Hinsicht gestärkt worden in Bezug auf die Arbeitswelt. Durch diese ganzen Erfahrungen bin ich heute der Mensch, der ich bin!

 

Wie sagte eine sehr gute Freundin zu mir: 'Du hast es gewagt Dich zu verändern, und es hat sich mehr als gelohnt, ich denke sogar, dieses Glück, was Du Dir da selbst geholt hast, hat noch mehr privates Glück nach sich gezogen.' " 

 

Bist Du zufrieden und erfüllt, bezogen auf Deinen Beruf? Wie würdest Du Deine Antwort begründen?

 

"Ich bin sehr zufrieden und erfüllt in meinem Beruf. Der Wechsel 2013 aus der Altenpflege war genau die richtige Entscheidung für mich und mein Leben. Ich sage immer zu meinen Kollegen, wenn gefragt wird, wie es mir geht, dass die Arbeit hier für mich wie ein Sechser im Lotto ist. Wenn man einmal erlebt hat wie es sich anfühlt unzufrieden auf der Arbeit zu sein aufgrund nicht so guter Rahmenbedingungen, schlechtem Personalschlüssel, Überstunden und und und….schätzt man das neue Arbeitsleben umso mehr. Ich würde sagen, dass ich beruflich angekommen bin!" 

 

Welche Aspekte spielen aus Deiner Sicht eine wichtige Rolle bei der Zufriedenheit am Arbeitsplatz?

 

"WERTSCHÄTZUNG von allen Seiten! Ich denke, wenn man sich gegenseitig wertschätzt und einander akzeptiert und vor allem toleriert, ist das Arbeiten viel leichter. Dazu kommen geregelte Arbeitszeiten, keine (wenige) Überstunden, Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers in verschiedenen Situationen und natürlich nicht zu vergessen - seine eigene Zufriedenheit im Leben, wie glücklich ist man in seinem eigenen Leben?!"

  

Hast Du schon Glückskiller beobachtet im Berufsleben, bei Dir oder bei anderen? Magst Du ein Beispiel ausführen?

 

"Unzufriedene Mitarbeiter, die ständig am Nörgeln sind und immer alles negativ sehen. Ich finde, dass genau diese Menschen ein sehr großer Glückskiller im Arbeitsalltag sind. Sie versuchen die anderen Kollegen mit runter zu ziehen und strahlen ihre negative Stimmung aus. Ich versuche dann meistens den Raum zu verlassen und ziehe mich zurück." 

 

Was tust Du selbst dafür, um glücklich zu sein bei der Arbeit?!

 

"Ich halte mir immer vor Augen, wie es war, bevor ich den Job gewechselt habe - das hilft mir sehr gut dabei, glücklich und zufrieden auf der Arbeit  zu sein. Ich habe ein sehr erfülltes und glückliches Privatleben, ich denke, auch das ist sehr wichtig." 

 

Welche äußeren Rahmenbedingungen wünschst Du Dir von Politik, Wirtschaft und den Führungsverantwortlichen für glückliche Arbeitnehmer?

 

"Auch hier steht für mich die Wertschätzung im Vordergrund! Es ist so wichtig von Seiten der Führungskräfte wertgeschätzt zu werden, regelmäßige Personalgespräche zählen für mich auch dazu. Vielleicht Massage Angebote einmal im Monat für die Mitarbeiter. Positive Rückmeldungen bei guter Arbeit (Lob). Von Seiten der Politik wünsche ich mir gerechtere Bezahlung! Gerade in vielen Sozialberufen sind die Löhne meiner Meinung nach nicht angemessen, gemessen an der Belastung."